Wer als Selbständiger arbeitet, ist grundsätzlich nicht unfallversichert. Erleidet man einen Arbeitsunfall, z.B. auf dem Weg zur Arbeit, zum Kunden oder Händler, kann dies unter Umständen den finanziellen Ruin bedeuten. Die gesetzliche Unfallversicherung bietet hier eine kostengünstige freiwillige Versicherung und Alternative zur privaten Unfallversicherung.

Krankenwagen

Informieren Sie sich auf der Internetseiten der Verwaltungsberufsgenossenschaft VBG (Stand des Links: Oktober 2018) zum Thema freiwillige Versicherung. Es besteht dort die Möglichkeit, ein "fiktives Einkommen" (Versicherungssumme) als Berechnungsgrundlage der Versicherungsleistungen zu einem günstigen Beitrag zu versichern, ohne dass diese Versicherungssumme dem tatsächlichen Einkommen entsprechen muss. So beträgt z.B. mein privater Beitrag als freiwillig versicherter, selbständiger Rechtsanwalt derzeit unter 250 € pro Jahr bei einer Versicherungssumme von 96.000,00 €. Inkludiert ist dabei z.B. der Anspruch auf Rehabilitationsleistungen, Verletztengeld und ggf. Verletztenrente oder Rente für die Hinterbliebenen im Versicherungsfall (Bei vollständigem Verlust der Erwerbsfähigkeit erhält man z.B. eine Vollrente in Höhe von zwei Drittel der Versicherungssumme). Nicht zu unterschätzten ist beim Vergleich zu privaten Unfallversicherungen ferner das praktische Risiko, dass etwaige Rechtsstreitigkeiten im Versicherungsfall mit der gesetzlichen Unfallversicherung gerichtskosten- und gutachterkostenfrei vor den Sozialgerichten geklärt werden können - leistet eine private Unfallversicherung nicht (was häufig vorkommt) und verfügt man über keine Rechtsschutzversicherung, kann ein Rechtsstreit mit der privaten Unfallversicherung vor dem Zivilgericht sehr schnell sehr teuer und langwierig werden. Eine private Unfallversicherung sollte man daher tunlichst nicht ohne Rechtsschutzversicherung abschließen (gleiches gilt übrigens für die private Berufsunfähigkeitsversicherung) und sind gerade kleine oder Solo-Selbständige oder z.B. auch GbR-Gesellschafter mit der freiwilligen gesetzlichen Unfallversicherung gut beraten. Versicherungsmakler empfehlen die gesetzliche Unfallversicherung i.d.R. nicht ungefragt, da diese von dort keine Provisionen erhalten. Als Rechtsanwalt bin ich außer in meiner Eigenschaft als freiwillig Versicherter mit der gesetzlichen Unfallversicherung in keiner Weise verbunden und möchte nur aus leidlichen Erfahrungen unversicherter geschädigter Mandanten auf diese Versicherungsmöglichkeit aufmerksam machen. Sparen Sie nicht am falschen Ende. Künstler sind übrigens über die Künstlersozialversicherung nur kranken- und rentenversichert, aber grundsätzlich nicht unfallversichert und können auch bei der VBG eine freiwillige Mitgliedschaft beantragen.


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Veröffentlicht am

25.10.2018

Autor

Rechtsanwalt David Andreas Köper aus Hamburg Rechtsanwalt David Andreas Köper

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